Kaninchen im StallKommunikation bei Kaninchen

Schnüffeln: Es ist vielleicht verärgert oder redet nur mit Ihnen. Daher: Neugier, Aufregung oder will mit jemanden reden.

Fiepen: Dieser Ton ist sehr leise und kann oft nur aus nächster Nähe wahrgenommen werden. Das Kaninchen möchte in Ruhe gelassen werden. Gelegentlich fiepen Jungtiere aus Angst oder Hunger.

Brummen: Anhaltendes leises Brummen drückt Paarungsbereitschaft und Werbung aus.

Leises Fauchen: Unmut

Scharfes Fauchen: Vorsicht, ein Angriff könnte folgen!

Leises Grunzen – ein Fauchgeräusch: Das Tier ist möglicherweise verärgert oder genervt; Aufpassen, es ist in Beißstimmung!

Knurren: Normalerweise wütend, aufpassen, es könnte ein Biss folgen!

Zähneknirschen/Zähnemahlen: bedeutet Zufriedenheit, wie eine Katze, die schnurrt. Achtung, wenn sich Ihr Kaninchen anormal verhält, teilnahmslos und apathisch im Käfig sitzt, bedeutet Zähneknirschen, dass es starke Schmerzen hat!

Schriller Schrei: Das Kaninchen ist verletzt oder sogar am Sterben! Das Kaninchen leidet Todesangst! Beruhigend auf das Tier einreden, aber es nicht anfassen oder an sich drücken – lieber in Ruhe lassen. Ist auch Indiz für eine schmerzhafte Verletzung oder Todesschmerz!

Sich ducken (Das Kaninchen drückt sich flach auf den Boden, die Ohren sind angelegt und der Kopf ist nach unten gedrückt): Das Kaninchen unterwirft sich Ihnen oder einem anderen Kaninchen.

Totstellen: Bei einem lauten Geräusch oder dem Anzeichen einer Gefahr (nach Meinung des Kaninchens) kann es dazu kommen, dass das Kaninchen heftig atmet, die Augen weit aufreißt und der Körper dabei wie erstarrt wirkt. Das Kaninchen versucht sich zu tarnen, indem es sich „totstellt“.

Anstupsen mit der weichen Schnauze: Sympathiebeweis, sagt Hallo oder möchte, dass Sie sich um ihn kümmern (auch Wildkaninchen machen das untereinander so).

Lecken: Wenn ein Kaninchen Sie leckt, so erwidert es Ihr Streicheln. Es ist immer ein Zeichen von Zuneigung.

Stoßen mit dem Kopf (gegen Ihre Hand): Es will jetzt nicht weiter belästigt werden. Kaninchen haben Probleme, Dinge zu sehen, die direkt vor Ihrer Nase sind, deswegen kann das Stoßen auch bedeuten, dass das Kaninchen sich eine bessere Sicht verschaffen will.

Fortschieben der Hand mit dem Mäulchen: Jetzt habe ich aber genug!

Angespannte Körperhaltung und ein steil nach oben gerecktes Schwänzchen (Der Körper wird dabei nach vorne gestreckt): Signalisiert Aufregung. Werden zusätzlich noch die Ohren angelegt, so kann Angriffslust bestehen, weit nach vorne gerichtete Ohren bedeuten Neugier. Angespannter Körper, Kopf tief, Schwanz waagrecht gestellt.

Gespannte Sitzhaltung bei angelegten Ohren: Das Kaninchen möchte in Ruhe gelassen werden und ist in Verteidigungsbereitschaft.

Ängstliches Ducken: Bei Gefahr oder unvermutet sehr lauten Geräuschen nimmt das Tier eine Duckhaltung an. Es drückt sich flach auf den Boden, legt die Ohren an und bleibt bewegungslos sitzen. Achtung: oft folgt der Tarnhaltung die panische Flucht in das sichere Versteck.

Das Kaninchen liegt langgestreckt da: Ruheposition, das Kaninchen ist sehr entspannt. Fühlt es sich gestört, können die Füße wieder blitzschnell unter den Körper gezogen werden. Manche Kaninchen legen sich auch in eine Seitenlage oder sogar auf den Rücken. Je „relaxter“ das Kaninchen daliegt, umso sicherer (und glücklicher) fühlt es sich.

Das Kaninchen wälzt sich auf dem Rücken: Zeichen äußersten Wohlbefindens

Spielen: Kaninchen mögen es, Dinge herum zuschieben und zu stoßen. Auch Luftsprünge, Hakenschlagen und Kopfschütteln drücken Wohlbefinden aus (Achtung: Sehr häufiges Kopfschütteln kann auch auf eine Atemwegserkrankung hindeuten).

Luftsprünge, Tanzen in der Luft: Das Kaninchen ist übermütig und fühlt sich pudelwohl.

Naseblinzeln: Die Nase ist eine Art Stimmungsbarometer vom Kaninchen. Bewegt sich die Nase sehr schnell (außer bei Hitze und Krankheit), so ist das Kaninchen sehr aufgeregt.

Entspanntes Hocken: Das Tier döst und hängt einem Tagtraum hinterher.

Räkeln: Nach der Ruhephase strecken sich die Kaninchen oft von den Krallen bis in die Ohrenspitzen, dabei reißen sie den Mund auf, als wollten sie die ganze Welt verschlucken!

Männchen machen: Das Kaninchen ist aufmerksam und neugierig. Durch das Männchen machen hat es eine bessere Sicht auf die Geschehnisse. Es sagt dadurch auch, ob es irgendwo hinein oder raus möchte.

Stampfen/Klopfen mit den Hinterläufen: Es fürchtet sich, ist wütend oder versucht Ihnen mitzuteilen, dass Gefahr besteht (seiner Meinung nach).

Futternapf schieben: Kaninchen haben gern ihre eigene Ordnung, d. h. sie schieben die Dinge in ihrem Stall so lange hin und her, bis es ihnen gefällt. Kann aber auch auf Hunger hindeuten!

Scharren/buddeln in der Einstreu: Es versucht, sich eine Höhle oder Mulde zu schaffen, Kaninchenweibchen machen das auch häufig, wenn sie in Brunftstimmung sind. Dies ist ein angeborener Instinkt. Kaninchen leben unterirdisch, in selbst gegrabenen Höhlen.

2 Kaninchen fressenUmkreisen der Füße: Ist es ein enger Kreis, das Kaninchen beißt Sie vielleicht sogar dabei, so ist es ein eindeutiges sexuelles Verhalten. Kaninchen berammeln auch manchmal den Fuß des geliebten Menschen. Es ist also in Sie verliebt und wirbt umSie. Rast es in weiten Kreisen um Ihre Füße, so sagt es Ihnen, dass es Sie mag und begrüßt.

Beißen beim Füttern: Sehr hungrig, vielleicht verwechselt es das Futter mit Ihrem Finger. Kaninchen sind aber auch sehr revierbewusst und verteidigen gerne ihren Stall. Tipp: Kopf vom Kaninchen herunterdrücken, um es zu beruhigen (funktioniert aber nicht bei allen), Kaninchen erst dann füttern, wenn es draußen ist.

Zwicken, nachdem Sie aufgehört haben, es zu streicheln: Aufforderung zum weiterstreicheln

Kinnreiben: Das Kinn vom Kaninchen besitzt eine Duftdrüse, deswegen reiben sie ihr Kinn an Gegenständen, um anzuzeigen, dass sie zu ihnen gehören. Es ist dasselbe als wenn eine Katze ihre Stirn an Leuten oder Objekten reibt.

Spritzen: Rammler, die nicht kastriert sind, werden Kaninchenweibchen in der gleichen Weise markieren wie ihr Territorium. Weibchen spritzen genauso.

Urinieren (bei stubenreinen Kaninchen): Hier gilt es Besitzansprüche geltend zu machen, sei es das Revier oder die untergebenen Tiere. Daher bedeutet dieses Verhalten 1. Reviermarkierungen, 2. Dominanzverhalten, 3. Das Kaninchen ist über irgendetwas „stinksauer“.

Revierkot: Kot, der nicht in einem „Haufen“, sondern verstreut und vereinzelt herumliegt, ist ein Zeichen, dass das Revier zum Kaninchen gehört.

Kot fressen: Damit nimmt das Kaninchen lebenswichtiges Vitamin B auf, meist direkt vom After.

Fell ausreißen: Kaninchenweibchen zupfen sich die Haare am Bauch aus, wenn sie ein Nest bauen. Auch wenn keine Schwangerschaft vorliegt, so kann die Anwesenheit eines Rammlers zu einer Scheinschwangerschaft führen, die dieses Verhalten hervorruft.

Fluchtinstinkt: Flucht wird automatisch durch jede Verfolgung, z.B. wenn Sie versuchen, es wieder zurück in seinen Käfig zu setzen, ausgelöst. Tipp: Bleiben Sie lieber stehen, und versuchen es mit Geduld und lockendem Rufen, das ist nervenschonender für Mensch und Tier.

Tasthaare: Kaninchen benutzen diese Haare, um Dinge zu ertasten, deshalb warten Sie bitte, bis die Tasthaare zu Ihrer Hand kommen, nicht anders herum. Man darf diese Haare nicht grob anfassen oder etwa dran ziehen! Eine ungeschickte Berührung ist wie ein elektrischer Schlag für das Kaninchen, ein Angstbiss könnte folgen!

Dres. Reinartz
Fachtierärzte für Tierärztliche Allgemeinpraxis und Kleintiere in Jülich